Leer-Oldenburg

Kirche in Leer

Die Mennonitengemeinde Leer entstand um das Jahr 1540 – niederländische Glaubensflüchtlinge siedelten sich hier an. Sie kamen nicht mittellos, auch brachten sie Kenntnisse in Weberei und Handel mit. Und sie erlebten in Ostfriesland eine relative Freiheit. Schon im 16. Jh. ließ der Graf von Ostfriesland auf eine Beschwerde der niederländischen Statthalterin Margarethe, er habe Wiedertäufer im Land, antworten: er beherberge nur dem Land nützliche Menschen.

Ohne die Mennoniten ist die wirtschaftliche Entwicklung Leers nicht denkbar. Durch sie wurde Leer zum Mittelpunkt der Leinenmanufaktur. 1740 lebten von 5000 Einwohnern 20% von der Leinenweberei. Auch der Handel blühte – von 43 Handelshäusern waren 32 mennonitisch. Der Berliner Historiker Ernst Esselborn, mennonitischer Herkunft aus Leer, nennt die Mennoniten den „Sauerteig der Leeraner Wirtschaft“.

Wie in anderen Orten auch erhielten die Leeraner Mennoniten Schutzbriefe vom Grafen – gegen Geld gewährten die Landesherren (eingeschränkte) Glaubensfreiheit – bis in die Zeit um 1850.

Die Kirche der Mennonitengemeinde Leer wurde 1825 erbaut, auf dem Gelände der früheren Scholtenburg. Um 1644 hatte sich eine zweite Mennonitengemeinde in Leer gebildet, die Alt-Flaminger oder Uko-Wallisten. Sie wurden die „Feinen“ genannt und bauten neben der Scholtenburg eine eigene Kirche, die nach der Vereinigung der beiden Gemeinden 1767 wieder abgerissen wurde. 2006 wurde die Kirche umfassend restauriert und in der Innengestaltung in den Zustand von 1825 gebracht.

Die Brond de Grave Winter – Orgel aus dem Jahr 1860 wurde 2014/15 ebenfalls restauriert. Die Arbeiten führte die niederländische Orgelmakerij van der Putten aus Finsterwolde/Winschoten aus.

In Erinnerung an das erste (nachweisbar) Auftreten von Täufern in Leer 1540 feierte die Gemeinde 2015 mit einem großen Fest und einer Ausstellung im Heimatmuseum ihr 475jähriges Bestehen.

Zu den Gottesdiensten kommen viele Menschen auch aus den umliegenden Gemeinden – es ist immer eine ökumenische Gemeinde am Sonntag versammelt.

2017 wurde die Konzertreihe „Pfeifen und Möhren – Orgelmusik zur Marktzeit“ begonnen. An zwölf Samstagen nach Pfingsten erklingt für eine halbe Stunde unsere restaurierte Orgel und füllt damit die Kirche – mit Musik und mit Menschen.


Seit 1970 sind die Gemeinden Leer und Oldenburg zu einer Gemeinde zusammengeschlossen – in Oldenburg hatte sich nach 1945 eine Gemeinde aus v.a. westpreußischen Mennoniten gebildet, die von Pastor Abraham Fast betreut wurde. Die Gemeinde hat heute 72 Mitglieder. Der Vorsitz im Kirchenrat wechselt jährlich zwischen beiden Gemeindeteilen. Leer-Oldenburg ist mit den Gemeinden Emden, Gronau und Norden zur „Konferenz der nordwestdeutschen Mennonitengemeinden“ zusammengeschlossen.

Die Gemeinde ist in der ökumenischen Arbeit der Leeraner Innenstadtgemeinden engagiert. Sie ist Mitglied der ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen) Leer. Jährlich findet am Vorabend des Buß- und Bettages der Friedensgottesdienst in der Mennonitenkirche statt; die Gemeinde beteiligt sich auch an den ökumenischen Gottesdiensten zum 9. November, zum 27. Januar und zum Pfingstmontag. 2015 wurde auf Initiative der Mennonitengemeinde das Ökumenische Friedensgebet der ACK Leer wieder aufgenommen und findet monatlich in der Mennonitenkirche statt.

Postanschrift:

für Leer:

Wilma W. Bartels   
Logaer Weg 141 B
26789 Leer
Tel.: 0491/65582

für Oldenburg:

Arne Schulz
Pfeifengrasweg 5
26215 Metjendorf
0441/7779007
arne@schulz-borbeck.de 

Pastor: Jan Lüken Schmid
Tel.: 0162/2424633
JanLSchmid@schmid-kirche.de

KalenderKirche Leer / Oldenburg J.-K.-Haus oder Dreifalt.Kirche
Gottesdienst:1. Sonntag des Monats
10 Uhr Mennonitenkirche Norder Str. 35 Leer
15 Uhr Jochen-Klepper-Haus / Dreifaltigkeitskirche Oldenburg
Spätschicht:3. Dienstag des Monats in Leer
Friedensgebet:1. Donnerstag des Monats Leer
Gesprächskreis:Montags i. Winterhalbjahr nach Absprache Leer oder Oldenb.*
* Gesprächskreis Oldbg. bei den Familien